In dieser Woche sorgte Google mit der Vorstellung seines “Project Glass” für Aufsehen.
A group of us from Google[x] started Project Glass to build this kind of technology, one that helps you explore and share your world, putting you back in the moment. We’re sharing this information now because we want to start a conversation and learn from your valuable input. So we took a few design photos to show what this technology could look like and created a video to demonstrate what it might enable you to do.
In einer Konzeption präsentiert der Suchmaschinen-Gigant, wie wir uns die Kommunikation der Zukunft vorstellen können. Schrieb ich vor einiger Zeit noch von Irisprojektionen, hat sich Google nach seinen jetzigen Vorstellungen schon bis zur Brille vorgearbeitet. Der Imagefilm verdeutlicht recht anschaulich, wohin Reise gehen kann:
Ein intelligentes System unterstützt uns da, wo wir heute bereits zu unserem Smartphone greifen. Alle Google-Services werden direkt in unser Gesichtsfeld (Augmented Reality) übertragen und können von uns durch Spracheingaben gesteuert werden (vgl. Siri).
Google startet mit “Project Glass” die Schöpfung des iPods. Apple hat mit der Einführung seines MP3-Players verstanden, den Musikmarkt zu revolutionieren und sein Geschäft durch die exklusive Verbindung zwischen kostenloser Software (iTunes) und teurer Hardware (iPod, iPhone) fulminant zu monetarisieren. Erwarten Nutzer heute das Angebot von Webdiensten zum Nulltarif, müssen sich Unternehmen etwas einfallen lassen, womit Sie zukünftig ihr Geld verdienen. Diese Frage muß sich auch Google stellen. Die eigenen Softwarekomponenten (Mail, Google+, Latitude) mit einer futuristischen Hardwarelösung zu verbinden hat bereits bei Apple beeindruckend funktioniert. Warum sollte also nicht das Gleiche bei Google funktionieren?
Bleibt abzuwarten, wie sich die von Google erhoffte Kommunikation mit den Nutzern entwickelt. Dass Google eine neuartige Schnittstelle auf den Markt bringen wird scheint sicher. Fragt sich nur wann und wie diese aussieht.

http://julianwki.tumblr.com schrieb am 9. April 2012 um 10:18 Uhr:
Okay, die Apple-Geräte sind im Vergleich zu den Mitbewerbern teuer(er). Aber verdient (bzw. hat) Apple nicht viel mehr Geld durch das Mitverdienen an Musik (iTunes Store) und Apps (Appshop) verdient und liegt da nicht deren Cashcow?
https://plus.google.com/u/0/111889173271642290450 schrieb am 9. April 2012 um 10:30 Uhr:
Julian, die genauen Umsatzverhältnisse müsste man aus dem Jahresbericht raussuchen.
Aber Apple hat es erst durch die passende Hardware geschafft, Umsätze mit Musik & Apps zu generieren. Kannst du dich noch erinnern, wie plötzlich alle mit einem iPod unterwegs waren, weil sie ihn so “sexy” fanden? Und der iPod war fest mit iTunes gekoppelt.
Wenn Google jetzt ein Gadget wie eine Brille kreiert, die fest mit den Services wie Maps, Plus oder was weiß ich noch verlinkt ist, dann steigt der Wert der Anwendungen. Und der Wert des Unternehmens.
http://julianwki.tumblr.com schrieb am 9. April 2012 um 12:18 Uhr:
Ich will dir da gar nicht groß widersprechen. Ich meine mich nur erinnern zu können, dass es eine Kombination aus Hardware/Software und Medienangebot ist/war, dass das Geschäftsmodell so erfolgreich und gewinnbringend gemacht haben. (siehe auch http://www.mac-history.de/apple-geschichte-2/2012-02-15/steve-jobs-8-der-neustart-von-apple)
Ich sehe durchaus den Ansatz in Project Glass, aber ich denke über die Endgeräte alleine lässt sich kein Geld mehr verdienen. Es sind die zusätzlichen Services, mit denen das Geld verdient wird. Den Trend probiert Apple ja auch mit dem AppStore auf dem Mac zu etablieren. Google macht es anders, sie verdienen ja an uns indirekt, indem Sie ihr Werbungs-Targeting durch “Verhaltensforschung der Anwender” verbessern und so verkaufen können. Da ist natürlich so eine Brille auch ein fancy-neues Verhaltensdaten-Sammel-Produkt.
(Welche Vorgehensweise besser/schlechter/guter/böser ist, muss jeder wohl selbst entscheiden)
https://plus.google.com/u/0/111889173271642290450 schrieb am 9. April 2012 um 12:28 Uhr:
Du sagst es: Über Endgeräte alleine lässt sich kein Geld verdienen. Aber die eigentlichen Anwendung mag auch niemand so recht bezahlen. Die Frage wird sein, wie in Zukunft Werbung funktioniert. Und wenn Google eine Brille am Start hat, die dir Location-Based Advertising anzeigt, klingelt auch da der Taler in der Tasche. Somit ist die festverzahnte Verbindung aus Soft- und Hardware schon charmant. …und man kann damit auch so schön den Wettbewerb unter Kontrolle halten (siehe Freigabe-Policy für Apps im App-Store).
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2012-04/23249821-google-sichert-sich-nach-jahren-domain-gmail-de-016.htm schrieb am 9. April 2012 um 15:16 Uhr:
Apple hat viel dadurch erreicht, dass es in sich geschlossene Systeme gebaut hat, bei denen Drittanbieter nicht in Frage kamen. Das war exzellente Kundenbindung. Wenn alles aus einem Hahn kommt ist der Gewinn garantiert und Google versucht das gleiche über mehrere Wege zu erreichen.