Der Online-Mode-Shop CelebBoutique hat gezeigt, wie man auf gar keinen Fall mit Sozialen Netzwerken umgehen sollte: nach dem Amoklauf im Kino in Aurora, Colorado, setzte der Klamottenshop an seine knapp 42.000 Follower auf Twitter folgenden Tweet ab: “#Aurora is trending, clearly about our Kim K inspired dress…”. Eine Stunde und 1.000 (meist böse) Retweets später, versuchte sich der Konzern aus der Affäre zu ziehen – und schoß damit den Vogel ein zweites Mal ab.
Die Chronik des Shitstorms gibt´s hier…
Wie man die einem Unternehmen zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle richtig nutzt, bewies Jack Daniels auf sehr ungewöhnliche Art und Weise. Eine Abmahnung entwickelte sich zum PR-Geniestreich mit Reichweite.
Kurz gesagt: Ein Autor verwendete rechtswidrig einen dem Jack-Daniels-Logo nachempfundenen Buchtitel. Normalerweise würde jetzt die Abmahnung mit Unterlassungerklärung und Strafzahlung folgen. Die Anwälte von JD hingegen boten sich an, sich an evtl. anfallende Kosten für die Umgestaltung des Buchtitels finanziell zu beteiligen. Man freue sich, dass der Autor ein so gutes Verhältnis zur Marke hat, dass er diese in seinem Werk verwendet. Das ist mal Unternehmens-Anwälte mit Weitblick. Galore!
Das offizielle Schreiben von Jack Daniels mit ganzer Story gibt´s hier…
Nachdem das Wehklagen der Musikindustrie über das böse Internet und die noch böseren Nutzer vom Sommerloch verschluckt wurde, melden sich jetzt die anderen, von der digitalen Revolution Überrannten; die Verleger.
Niemand liest mehr Zeitung, keiner bucht Anzeigen, Informationen liegen im Netz frei herum und überhaupt kann ja jetzt jeder via Twitter, Facebook und Co. Nachrichten generieren und verbreiten. Kann ja nicht sein, dachten sich die Verlage und riefen – wie in solchen Fällen der Hilflosigkeit üblich – die Politik herbei. Man solle per Gesetz verbieten, dass Zeitungsartikel zitiert oder gar auf sie verwiesen wird. Zuwiderhandlungen seinen mit Abmahnung zu bestrafen (kennen wir ja schon, siehe auch weiter oben dazu).
Nachdem sich aber die Netzgemeinde lautstark dagegen geäußert hat, haben die Verlage kleinlaut beigegeben und legen sich jetzt nur noch mit einem an: mit Google.
Und wie abartig blind dieses Vorgehen ist, beschreibt Thomas Knüwer extrem 1A. Und das hier…(und kostenlos!)
Off-Topic:
Von wegen, Wirtschaftsnachrichten seinen nicht emotional und gefühlvoll. Die Redakteure verstecken Botschaften in ihren Texten, wie jetzt “Economic Words” entdeckt hat. Die entschlüsselten Botschaften finden sich hier..
