aus dem Lehrbuch: Facebook kauft Instagram für 1 Mrd. Dollar

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10 Apr aus dem Lehrbuch: Facebook kauft Instagram für 1 Mrd. Dollar

Gestern gab Mark Zuckerberg bekannt, dass Facebook den Social-Foto-Service Instagram für 1 Milliarde US-Dollar gekauft hat. Instagram ist eine App, die es seit Oktober 2010 für iOS gibt. Mit der kostenlosen App können Fotos aufgenommen, mit Filtern bearbeitet, kurzen Texten versehen und dann seinen unter seinen „Freunden“ und in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Tumblr geteilt werden. Die Nutzerzahlen schnellten in den vergangenen Monaten in die Höhe (irgendwas um die 30 Millionen) und mit mehr als 150 Millionen Fotos gehört Instagram zu den größten Fotoarchiven. Geld verdiente das Unternehmen aber nicht wirklich.

Überraschend für Viele, dass Facebook jetzt eine derartige Summe über den Tresen schiebt (in Form von Cash und Aktien), geht es dem Unternehmen wohl weniger um die Nutzer, als viel mehr um das Thema Mobilität und Share/Like-Befriedigung. Zudem sind die Hintergründe des Kaufs sicher auch im Bereich der Unternehmensstrategie und in der Abgrenzung zum Wettbewerb (Google+, Twitter, Apple) zu finden. Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie neue Ideen und Konzepte funktionieren und liefert ein schönes Vorbild für das eigene Geschäft – und sei es der eigene Onlineshop für Fischfutter.

„Eine Milliarde Dollar für ein kleines Programm, was Fotos aufnimmt und diese mit anderen teil.“ – Das zeigt: auch mit wenig kann man groß werden. Nutzer (=Konsumenten) möchten „instant success“, also ohne großes technisches Hintergrundwissen (oder besonderer Fähigkeiten) Erfolg haben. Instagram verwandelt Fotos mit Filtern in beeindruckend schöne Meisterwerke, die man sooo gerne anderen zeigt und sich dafür bewundern lässt. Mehr Funktionen braucht es nicht, um den kleinen Bereich im Hirn, welcher die Glückshormone ausschüttet zu stimulieren. Niemand muß Experte sein, um die App zu bedienen. Es braucht drei Fingertipps und schon ist das Ergebnis da. Instant!

Was leitet sich für Unternehmer daraus ab?
Unternehmer sollten mit diesem Beispiel vor Augen überlegen, ob ihr Geschäftsmodel auch so schlank und instant ist oder ob es zuviel Expertenwissen voraussetzt. Kunden wollen schnell Erfolg haben. Erfolg definiert sich unterschiedlich: für die Einen ist es ein schönes Foto, für die Anderen die Befriedigung eines Kaufbedürfnisses, wieder andere suchen etwas Persönliches. Aber es muß schnell gehen, nicht zu abstrakt sein, begreiflich für jeden – egal ob Hauptschüler oder Professor. Es darf nicht ausgrenzen. Wird es zu kompliziert, wird es scheitern.

Getreu dem KISS-Prinzip, halte es einfach, gilt es zu prüfen, ob der USP des eigenen Angebots schnell erfasst und begriffen wird. Je schneller es im Buch des Konsumenten kribbelt, desto eher wird er zum Käufer.

Anstatt über die astronomische Kaufsumme für Instagram zu philosophieren, sich zu ärgern oder aufzuregen sollten Unternehmer heute ihre Angebots- und Geschäftsstruktur hinterfragen und vom Instagram-Phänomen lernen.

Henning Groß
henning.gross@netzkombyse.de

Inhaber der NetzKombyse, Agentur für E-Commerce und Markenentwicklung in Hamburg. Als zertifizierte Shopware-Agentur realisieren sein Team und er individuelle Shop- und Markenkonzepte. Schwerpunkt stellt die kompetente Beratung der Kunden und deren Begleitung dar. Die konsequente Fokussierung auf wirtschaftliche Sinnhaftigkeit steht dabei im Fokus. Henning Groß verfügt über umfangreiches Multi-Channel-Know-How. In der OTTO Gruppe im Multi-Channel-Commerce tätig, gründete er als Solopreneur erst ein Smart Business und 2011 die NetzKombyse.

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