re:publica 2012. erster Tag. zusammengefasst

03 Mai re:publica 2012. erster Tag. zusammengefasst

Die 6. re:publica empfing ca. 4.000 Netzinteressierte in der STATION-Berlin. Von 10:00 – 20:00 Uhr hatte man die Qual der Wahl sich aus den teils 6 parallel stattfindenden Sessions, Panel-Diskussionen und Vorträgen die passende auszusuchen. Meine Zusammenfassung gibt einen ersten Überblick der Sessions, die ich mir angesehen habe.

Creative Internet Business: Made in Germany?
Warum schaut man immer zuerst nach Amerika, wenn es um die Start-Up-Szene geht?
Warum sind Rahmenbedingungen über dem großen Teich so viel besser als in Deutschland?
Oder ist das überhaupt so?
Die Diskussionsrunde mit Politiker, erfolgreichem Start-Up und Inkubator lieferte u.a. die Erkenntnis, dass z.B. Berlin gegenüber dem Silicon Valley den großen Vorteil hat, dass es Fachkräfte aus aller Herren Länder anzieht und Unternehmen somit über einen interkulturellen Personal-Mix verfügen, der sich bei der Expansion ins Ausland als sehr wertvoll zeigt. Aktuelle Erfolgsmodelle wir die 6Wunderkinder oder Soundcloud beweisen, dass es auch in Deutschland möglich ist, innovative Unternehmen zu gründen. Berlin mit seiner derzeit noch preisgünstigen Infrastruktur macht es Unternehmen mit dünner Finanzdecke leichter, durch die schwierigen Zeiten der Gründung zu kommen.

Udo Vetter: Spielregeln für das Publizieren im Netz
Es war zu erwarten das es voll wird – aber so voll?! Dennoch ist es ein sehr gutes Zeichen, wenn der bloggende Rechtsanwalt Udo Vetter, der als Experte für Internetrecht gilt, so viel Interesse weckt. In der Session wurden so grundlegende Themen wie Urheberrecht, Impressumspflicht und Lizenzrechte anhand von amüsanten – aber leider echten – Fallbeispielen besprochen. Insbesondere für Einsteiger in das digitale Publizieren war dieser Vortrag sehr nutzbringend.

Der wandelnde Computernutzer
Wie wurde von dem Tippfräulein und dem Sitzriesen der heutige mobile Internetnutzer. Eine kleine Zeitreise anhand von Zeitzeugen in gedruckter und videografischer Form, die uns zeigt, in welch kurzer Zeit sich das Medium Computer – später Internet – in unser Leben integriert hat.

Selfpublishing – am Beispiel von Autoren
Für mich eine der interessantesten Gesprächsrunden des Tages. Was kann die Selbstvermarktung von Büchern (Print & e-Book) leisten und was kann sie nicht. Zwei Best-Practice-Beispiele schilderten aus ihrer eigenen Erfahrung den steinigen Weg, die Probleme und die erstaunlichen Ergebnisse der Eigenvermarktung ihrer literarischen Werke.

Cindy Gallop – Make love not Porn
Geht es um die digitale Gesellschaft, geht es auch im dieses Thema. Ein Viertel des Daten“verkehrs“ geht auf das Konto von pornografischen Inhalten. Die Pornoindustrie hat es als erste Industrie geschafft, die Technologie des Internets für sich gewinnbringend zu nutzen. Während die Musikindustrie auch fast 20 Jahre nach dem Start des Netzes verzweifelt nach Monetarisierungsmöglichkeiten sucht, wächst der Pornoindustrie das Geld quasi aus den Taschen.
Die Amerikanerin Ciny Gallop geht mit ihrem Projekt makelovenotporn.com gegen die negativen Einflüsse auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein uns skizzierte die Hintergründe für ihr anstehendes Projekt, bei dem sie die Pornoindustrie revolutionieren möchte.

Sascha Lobo
Stage 1 brach aus allen Nähten als Deutschlands bekanntester Berater für digitale Aspekte die Bühne betrat. Mit dem Titel „Status des Internets 2012“ beschimpfte, beleidigte und kokettierte er wieder quer durch den Saal und die Republik. Polemisch, pragmatisch, parodistisch beleuchtete er alles von Facebook bis Pinterest, von Netzpolitik bis Katzen-Content.
Und doch, wenn man genau hinhörte, enthielt sein Vortrag soviel wahre Aspekte, dass mir das Lachen verging.

Visuelles Highlight im großen und weitläufigen Netzworking-Space war die riesige Twitterwall der etwas anderen Art. Was es sonst nur als digitale Beamerprojektion gibt, verwandelten die Veranstalter der re:publica in kohlenstoffliche Form: auf Papier ausgedruckte Tweets mit den Hashtags #rp12 oder #action. Die Transformation von Online-Daten zu Offline-Kunst sieht dann etwa so aus:

Einige der Sessions werde ich in den folgenden Tage hier detaillierter aus der Sicht von Unternehmen beleuchten. Doch jetzt heißt es Tasche packen und auf zum 2. Tag einer großartigen re:publica.

Henning Groß
henning.gross@netzkombyse.de

Inhaber der NetzKombyse, Agentur für E-Commerce und Markenentwicklung in Hamburg. Als zertifizierte Shopware-Agentur realisieren sein Team und er individuelle Shop- und Markenkonzepte. Schwerpunkt stellt die kompetente Beratung der Kunden und deren Begleitung dar. Die konsequente Fokussierung auf wirtschaftliche Sinnhaftigkeit steht dabei im Fokus. Henning Groß verfügt über umfangreiches Multi-Channel-Know-How. In der OTTO Gruppe im Multi-Channel-Commerce tätig, gründete er als Solopreneur erst ein Smart Business und 2011 die NetzKombyse.

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