Wie leichtsinnig Unternehmen mit ihrem Kapital umgehen

13 Jul Wie leichtsinnig Unternehmen mit ihrem Kapital umgehen

Wer sich heute im Netz selbstständig macht und/oder das Netz für Marketing und Vertrieb nutzt (und das werden wohl 98% aller Unternehmen machen), dem stehen unzählige Service-Partner und Plattformen dafür zur Verfügung. Das Bequeme daran: man muß sich nicht um technische Angelegenheiten kümmern, denn die Services sind bequem über ein Webinterface zu erreichen und werden von den jeweiligen Unternehmen gewartet. Das geht mit Blogsystemen los (wordpress.com, blogger.com, tumblr.com etc.), über Webseiten (1&1 Homepage-Baukasten, jimdo etc.) bis hin zu Online-Shops (JTL, ePages etc.) – alles kann man bequem mieten. Facebook, Twitter & Co. runden diese Art von Easy2Use-Lösungen ab.

Ausdrücklich sei gesagt, dass alle genannten und viele auf dem Markt befindlichen Systeme ihre Berechtigung haben.

Jedoch müssen sich Unternehmer, die diese Services nutzen, darüber im Klaren sein, dass sie damit ihr Kapital in fremde Hände geben.

 

Was passiert, wenn eines dieser Service- Unternehmen seine Politik verändert, gekauft wird, wirtschaftlich in Turbolenzen gerät? Was passiert dann mit den Daten seiner Nutzer?

Ich habe Musiker erlebt, die sich über Jahre hinweg eine 5stellige Fan-Base auf MySpace erarbeitet haben, um ihre Musik erfolgreich selbst zu vermarkten. Mit den dramatischen Einbrüchen der einst Impressionsstärksten Webseite der Welt verschwand auch die Reichweite dieser Vermarktungsseiten. Wenn bei MySpace das Licht ausgemacht wird, sind alle Bemühungen nur noch Schnee von Gestern und das eingesetzte Kapital ist verbrannt.

Ebenso ergeht es Nutzern, die Facebook als Plattform für ihren Kundendialog auserwählt haben. Das amerikanische Unternehmen ist ja inzwischen bekannt dafür, nicht lange zu fackeln, wenn es um die Umsetzung firmeninterner Änderungen geht.

Kleinen Unternehmen, die mit einem Werbebudget mühsam ihre Kunden akquiriert haben, kann ein solches diktatorisch anmutendes Verhalten das Genick brechen.

Darum sei Unternehmen geraten, genau zu prüfen, ob es nicht Möglichkeiten gibt, die Daten auch inhouse zu verwalten, um im schlimmsten aller Fälle nicht mit leeren Händen dazustehen. Selbstgehostete Blogs, Webseiten und Shops kosten deutlich weniger, als eines Tages ohne Plattform dazustehen oder bei einem amerikanischen System-Admin die SQL-Datenbank zu erbetteln. Ein langweilig anmutender Newsletter-Verteiler hält die wertvollen Kundendaten im Unternehmen.

Das soll nicht heißen, man solle die genannten Services nicht mehr nutzen. Es geht vielmehr darum, sich vor Augen zu führen, dass man durch die Nutzung von Rundum-Sorglos-Paketen einen wichtigen Teil des eigenen Kapitals nicht mehr unter alleiniger Kontrolle hat. 

Henning Groß
henning.gross@netzkombyse.de

Inhaber der NetzKombyse, Agentur für E-Commerce und Markenentwicklung in Hamburg. Als zertifizierte Shopware-Agentur realisieren sein Team und er individuelle Shop- und Markenkonzepte. Schwerpunkt stellt die kompetente Beratung der Kunden und deren Begleitung dar. Die konsequente Fokussierung auf wirtschaftliche Sinnhaftigkeit steht dabei im Fokus. Henning Groß verfügt über umfangreiches Multi-Channel-Know-How. In der OTTO Gruppe im Multi-Channel-Commerce tätig, gründete er als Solopreneur erst ein Smart Business und 2011 die NetzKombyse.

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