re:publica 2013. Mein re:sümee

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10 Mai re:publica 2013. Mein re:sümee

64.000 Tweets 1,7 Terrabyte übertragene Daten & 13.000 Flaschen Bier & 5.500 Flachen Mate – große Zahlen, die doch nichts sagen, über „das Ereignis“, die #rp13.

Die re:publica hat in ihrem 7. Jahr für mich einen deutlich spürbaren Quantensprung vollzogen. Bereits bei der Vorbereitung, vernahm ich eine deutliche Internationalisierung und globalere Ausrichtung der Themen. Wie mir Andreas Gebhard, Geschäftsführer der re:publica, im Gespräch bestätigte war es das Ansinnen der Organisation, sich über die Grenzen der Republik hin zu öffnen und das Globale des Netzes auch bei der Konferenz abzubilden. In Sessions erhielt ich Einblicke in die Netzwelt Afrikas, Indiens, Chinas und dem restlichen asiatischen Raum. Gerade vor dem Hintergrund, dass wir hierzulande von einer Netzgemeinschaft reden, die teilweise in einer Parallelwelt zum Rest der Gesellschaft lebt, half dieses Konzept, sich der eigenen Verantwortung bewusst zu werden und sein zukünftiges Handeln zu überdenken.

Nur wenig echte Einsteiger-Sessions, die sich mit Grundlegendem der Netzwelt beschäftigten, standen auf dem Programm. Ob es nur mir und meinem Gesprächspartnern so ging kann ich nicht sagen, aber durch die inhaltliche Öffnung gelang es, besser zu begreifen, dass außerhalb der digitalen Blase noch eine andere Welt existiert, die nicht so selbstverständlich die digitalen Möglichkeiten nutzt oder gar erkennt. Es liegt an uns, unser Wissen und unser digitales Engagement nach draußen zu tragen. Nur so kann es der Netzgemeinschaft gelingen, breitere Akzeptanz in Politik und Wirtschaft zu erhalten und die Gesellschaft nachhaltig zu prägen.

„MACHEN!“ war daher einer der zentralen Aufrufe des diesjährigen „Klassentreffens“. Was so einfach klingt, scheint in Zeiten von Like-Buttons, Informationsoverload und medialer Behandlung von „Shitstorm“ und „Digitale Demenz“ schwer zu sein. Sind wir in Deutschland Profis im Diskutieren, ziehen andere Länder an uns vorbei. „Done is better than perfect“ lautet das Unternehmensmotto von Facebook – schaut man sich an, wo Facebook heute steht, wird es mehr als Zeit, sich selber auch einen Slogan zu verpassen und danach zu handeln.

Auch technisch setzte die diesjährige re:publica neue Maßstäbe. Nicht nur, dass alle Vorträge in einem „Echtzeitbuch“ für die Nachwelt erhalten wurden, kann man sich bequem vom heimischen Internetempfänger alle Sessions noch einmal ansehen. Auf sechs Bühnen wurden zeitgleich alle Sessions aufgezeichnet und hier auf dem YOUTUBE-Kanal der re:publica veröffentlicht…

Das frühsommerliche Wetter Berlins trug entscheidend dazu bei, dass sich zwischen den Sessions und am Abend genug Gelegenheiten ergaben, Online-Bekannte im echten leben zu treffen, Geschäftsbeziehungen anzukurbeln, über Netzpolitik zu diskutieren und sich über mögliche Kooperationen auszutauschen. Bereits damit leistet die re:publica einen wesentlichen Teil zur nachhaltigen Vernetzung der Netzaktiven.

Die Wahl der STATION Berlin als Veranstaltungsort, die Abläufe, die digitale und analoge Unterstützung beim Session-Management und das Herzblut, das durchgängig spürbar war, macht diese Konferenz zu einem wertvollen und nachhaltigen Event – nicht nur für die Internetbediener. Lediglich beim Catering gibt es ernsthaften Verbesserungsbedarf.

 

Wir sehen uns vom 5.- 9. Mai 2014 zur #rp14!

Henning Groß
henning.gross@netzkombyse.de

Inhaber der NetzKombyse, Agentur für E-Commerce und Markenentwicklung in Hamburg. Als zertifizierte Shopware-Agentur realisieren sein Team und er individuelle Shop- und Markenkonzepte. Schwerpunkt stellt die kompetente Beratung der Kunden und deren Begleitung dar. Die konsequente Fokussierung auf wirtschaftliche Sinnhaftigkeit steht dabei im Fokus. Henning Groß verfügt über umfangreiches Multi-Channel-Know-How. In der OTTO Gruppe im Multi-Channel-Commerce tätig, gründete er als Solopreneur erst ein Smart Business und 2011 die NetzKombyse.

2 Kommentare
  • Jörn Hendrik
    Veröffentlicht: 18:24h, 10 Mai Antworten

    Sehr schön, dank dir für diesen Einblick. Ist ja auch notwendig mehrere Perspektiven zu hören. Interessant ist wie sehr die Meinung en aber auseinander gehen bei uns. Als ob wir auf einer völlig anderen Veranstaltung gewesen wären.

    Ich denke das ist das Problem, ich bin nicht bis zu Andreas durchgekommen und war nur kurz in der NEWAfrica Session. Dieses Perlen-picken ist es was mich stört. Diese Zusammenkunft großartiger Menschen aus aller Welt sollte wie im Schlarafenland verfügbar sein und einem in den Mund fliegen. Stattdessen muss man ewig laufen, extrem auf Zack sein und den Twitterspiegel checken und ganz einfach Glück haben.

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