Facebook-Gewinnspiele und die Wettbewerbsverzerrung

Gegen mehr Regeln kann man auf "Fan-Fang" nicht verstoßen

07 Jul Facebook-Gewinnspiele und die Wettbewerbsverzerrung

Gewinnspiele erfreuen sich unter Facebook-Nutzern großer Beliebtheit und auch Unternehmen nutzen die Möglichkeit rege, mit kleinen Give-Aways ihre Fans glücklich zu machen und die Fanzahl zu erhöhen. Während das Fanwachstum durch Content und Werbeanzeigen Zeit, Inhalte und Geld kostet, sorgen kleine Gewinnspielpostings für eine rasche Steigerung von Reichweite und beschert neue Fans.

So jedenfalls die offenbar noch weit verbreitete Meinung von Marketing-Verantwortlichen.

Anders ist es nicht zu erklären, warum täglich Gewinnspiel-Postings auf Facebook auftauchen, die einen klaren Verstoß gegen die Promotion-Guidelines darstellen.

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Es ist eine Sache, dass Unternehmen und deren Social-Media-Verantwortliche nicht wissen, wie man auf der Plattform regelkonform arbeitet – oder absichtlich gegen die auferlegten Regeln verstoßen – aber es ist eine ein Problem, dass Facebook die Postings zulässt, die gegen die eigenen Hausregeln verstoßen.

Das amerikanische Unternehmen kommuniziert ein rigides Vorgehen bei Missachtung der Regeln (Sperrung der Postings und/oder der Unternehmensseite), kontrolliert sie aber nicht durchgängig auf Einhaltung.

Die Folgen: Wettbewerbsverzerrung und Agenturen unter Druck

Mit dem inkonsequenten Umsetzen setzt Facebook Agenturen & Dienstleister unter Druck, die ihren Kunden erklären müssen, warum für Gewinnspiele sog. Apps konzipiert und erstellt werden müssen, die einen deutlich höheren finanziellen Aufwand auf Kundenseite mit sich bringen. Gerade kleine und mittelständische Unternehnehmen, die erste Schritte in dem sozialen Netzwerk unternehmen, haben wenig Verständnis dafür, beobachten sie doch aufmerksam das Geschehen auf der Plattform. Wenn der Wettbewerb Gewinnspiele a la „Klicke gefällt mir und teile“ durchführt, erwarten andere Kunden das auch.

Man kann diese Ungleichbehandlung seitens Facebook recht einfach als Wettbewerbsverzerrung titulieren. Gewinnspiele sind Werbung und das Wettbewerbsrecht verlangt einheitliche Regeln für die Marktteilnehmer.

Facebook muss daher entweder das eigene Regelwerk entschärfen oder dieses konsequent durchsetzen.

Henning Groß
henning.gross@netzkombyse.de

Inhaber der NetzKombyse, Agentur für E-Commerce und Markenentwicklung in Hamburg. Als zertifizierte Shopware-Agentur realisieren sein Team und er individuelle Shop- und Markenkonzepte. Schwerpunkt stellt die kompetente Beratung der Kunden und deren Begleitung dar. Die konsequente Fokussierung auf wirtschaftliche Sinnhaftigkeit steht dabei im Fokus. Henning Groß verfügt über umfangreiches Multi-Channel-Know-How. In der OTTO Gruppe im Multi-Channel-Commerce tätig, gründete er als Solopreneur erst ein Smart Business und 2011 die NetzKombyse.

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